Weshalb wir unsere Haustiere so sehr vermissen und der Verlust uns so weh tut.

Viele Menschen fallen in ein tiefes Loch , wenn ihre tierischen Freunde die irdische Welt verlassen.

Doch warum ist das so? Weshalb ist der Schmerz und die Trauer so sehr überwältigend?

Nun, der Abschied eines Menschen ist sehr schlimm.  Wenn es ein älterer Mensch ist, der vielleicht auch krank ist, hat man zumindest ansatzweise die Möglichkeit, sich mit dem Weggang zu beschäftigen, sich darauf vorzubereiten, dass er möglicherweise geht. Bei einem plötzlichen Tod, eines vielleicht jungen Menschen sieht das Ganze dann auch noch mal anders aus: keine Vorbereitung auf den Abschied, manchmal vielleicht sogar nicht mal mehr die Möglichkeit sich zu verabschieden, weil es ein Unfall war, oder Herzinfarkt.

Viele meiner Klienten die menschliche Mitglieder verloren haben trauerten, sie hörten noch oft die Stimmen, nahmen den Geruch des lieben Vorausgegangen wahr. Aber viele können mit der Zeit wieder  irgendwann zum Alltag zurückkehren, auch wenn es schwer fällt, das Licht im Leben sehen, irgendwann wieder Freude empfinden. Sie vielen nicht in ein so tiefes Loch, wie beim Verlust eines tierischen Seelengefährten.

Die Trauer um einen geliebten Menschen ist schlimm aber anders. Also, warum ist der Verlust eines tierischen Seelengefährten für uns so überwältigend?

Auch wenn ich jetzt mit viel Gegenwind rechnen muss, wenn ich dies hier  schreibe, aber :

Ja, der Verlust eines Tieres ist gleichzusetzen mit dem eines Kindes. 

So empfinde ich es. Und so ist es auch familiensystemisch erklärbar, denn  Tiere stehen im Familiensystem wie Kinder. Sie sind nicht „nur Haustiere“, sondern vollwertige Familienmitglieder.

Sie benötigen unsere Hilfe, Liebe und Pflege wie kleine Kinder.

Mit unseren Tieren sind wir 365 Tage im Jahr zusammen, 24 Stunden lang. Wir tragen Verantwortung für sie: vom ersten bis zum letzten Tag ihres Lebens. Wir kümmern uns um sie, bei Krankheit, spielen mit ihnen, wenn sie toben wollen. Wir trösten sie , lassen ihnen das beste Essen zu kommen. Das schönste Spielzeug und auch eine gute Erziehung. Wir investieren viel Zeit, Geld und Liebe in Hundeschulen, Papageientrainings oder Katzenpsychologen.  Sie sind unsere Schutzbefohlenen, unsere Seelchen, die wir umsorgen, schützen und denen wir ein möglichst artgerechtes Leben zukommen lassen. Und sie berühren unser eigenes inneres Kind. ( der Seelenanteil in uns, in dem alle Emotionen gespeichert sind, die wir vom 3-13. Lebensjahr erlebt haben.)

Was erhalten wir dafür? Bedingungslose Liebe. Jeden Tag. Und wir geben bedingungslose Liebe. Tiere missbrauchen unser Vertrauen nicht, sie enttäuschen oder verletzen uns nicht. Weder mit Worten noch mit Taten. Auf unsere Tiere können wir uns immer verlassen. Sie sind immer da, hören zu, muntern uns auf. Sie sagen nicht: „wenn du mich wirklich liebst – würdest du dies oder jenes machen!“  (was übrigens unter das  Thema emotionale Erpressung fällt).  Sie kritisieren uns nicht. Sie lieben uns so, wie wir gerade sind und aussehen. Wir müssen für unsere Tiere nicht „funktionieren“, um ihre Liebe oder Aufmerksamkeit kämpfen. Und sie nicht um unsere.

Und sie sind gerade raus  und direkt : Unsere Tiere lassen uns immer wissen, was sie gerade wollen, denken und fühlen. Es gibt keine Missverständnisse oder widersprüchliche Aussagen. Wenn unsere Tiere etwas haben, sich nicht wohl fühlen oder gerade vielleicht emotional etwas schief gelagert sind, dann lassen sie es uns spüren. Es gibt kein „Was hast du denn?“  „Ach, nichts!“. Das sind keine „schwelenden Konflikte“, wie es oft in Beziehungen mit Menschen oder Arbeitsverhältnissen mit Kollegen oder Vorgesetzten stattfindet.  Du wirst von deinem Tier alles erfahren. Unsere Tiere lieben uns mit unseren Macken. Wir richten unser Leben, unsere Termine unseren Alltag nach unseren Tieren aus.  Wir lachen und weinen mit ihnen, wir bangen mit und um sie. Wir freuen uns mit ihnen und wir würden das Letzte für sie geben.

Nie hab ich in  den vielen Jahren meiner Tätigkeit,  je diese innige Beziehung einer meiner Klienten, zu einem Familienmitglied oder anderen Menschen gesehen. Auch nicht im Freundes-oder Familienkreis. Und mir geht es selbst ebenso. Ich habe tatsächlich begonnen zu recherchieren.  Und es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Menschen –und zwar nicht nur in psychischen Krisen- eine viel innigere Vetrauensbeziehung  zu ihrem Tier eingehen, als z. B. zum Partner oder Eltern.

Denn Tiere verletzten uns nie.

So eine ähnliche Beziehung gibt es nur noch einmal: und zwar dann wenn Eltern mit ihren Kindern eine ähnliche Beziehung eingehen. Vor allem dann, wenn die Kinder noch klein sind. Du meinst dieser Vergleich ist etwas seltsam? Ein Menschenkind ist doch etwas ganz anderes als ein Tier, sagst du, weil du vielleicht selbst Mama oder Papa bist?

Ist denn eine Tierseele weniger wert als eine Menschenseele? Ich unterscheide hier nicht. Nein, ich sehe überhaupt keinen Unterschied. Und für einen Tierhalter/in ist es so, als wenn er/sie  ein Baby verloren hätten! Es ist schade, dass manche Menschen so urteilen, obwohl sie noch nie eine liebvolle Beziehung zu einem tierischen Freund hatten.

Für ganz viele Menschen sind ihre Tiere nicht „nur Haustiere“, sondern  Freunde, Seelengefährten,  Familienmitglieder, Beschützer.  Oft erlebe ich, dass Menschen für ihre Tiere einfach zu besseren Menschen werden. Sie verändern sich für ihre Tiere. Sie arbeiten an sich und an ihren Themen, an ihren Ängsten, wollen raus aus der Depression, übernehmen Verantwortung , die sie vorher so nicht hatten oder gehen körperlichen Aktivitäten nach, um mit ihrem Tier draußen mithalten zu können: Viele Menschen nehmen gemeinsam mit ihrem Hund ab, damit beide gesund sind. Sie bewegen sich, weil sie raus müssen zu ihrem Pferd oder mit dem Hund.  

 Oder sie beginnen tatsächlich ihre eigenen Wünsche und Bedürfnissen nachzugehen. So wie es ihre Tiere tun. Damit sie als Menschen  gesund und glücklich sind. Was dem Tier natürlich auch zu Gute kommt. Sie verändern eine Gewohnheit, eine Krankheit zur Gesundheit und das nur , weil sie spüren, dass ihr Verhalten ihren Tieren nicht gut tut. Die Menschen kümmern sich aufopferungsvoll um ihre Tiere. Manche vergessen sich sogar fast selbst dabei.

Ist es da verwunderlich, dass die Trauer so weht tut? Der Verlust so furchtbar schmerzt?

An dieser Stelle möchte ich dir sagen, dass du nicht alleine bist. Denn es geht vielen Tierfreunden so, die ihr Herzenstier verloren haben.  Sie wissen, wie du dich fühlst und können es nachempfinden. Ebenso wie ich. Und es ist dein gutes Recht um dein Tier zu trauern und um dein Tier zu weinen.  Es kann Wochen oder Monate dauern. Und manchmal auch Jahre. Nimm dir die Zeit, die du benötigst. Sorge gut für dich.

Hilfe dazu findest du in meinem Blog:  https://seelengefaehrten-tierheilung.de/wie-du-mit-der-trauer-um-dein-regebogentier-umgehen-kannst/

Wenn du herausfinden möchtest, ob du deinen Liebling gehen lassen darfst: https://seelengefaehrten-tierheilung.de/wie-du-erkennst-ob-dein-liebling-ins-regenbogenland-gehen-moechte/

Bei Fragen kannst du mich gerne kontaktieren unter:

www.seelengefaehrten-tiereilung.de

https://www.facebook.com/seelengefaehrten.tierheilung/?modal=admin_todo_tour

Alles Liebe für dich und dein Tier.

“ Die Liebe kennt keine Zeit und keinen Raum. Die Liebe ist unendlich. Ewig. „

7 Kommentare zu „Weshalb wir unsere Haustiere so sehr vermissen und der Verlust uns so weh tut.“

  1. Liebe Danny, dies stimmt so . So fühle ich es auch und ich vermisse meine Lieblinge so sehr vor allem , da gerade aus der Verantwortung usw. herraus bei uns kein Tier mehr einziehen darf. Denn ich möchte nicht den Rest meiner Familie (Soziale Verbindungen) die es nicht mehr möchten (sprich die Verantwortung) nicht auch noch verlieren. Mir bricht dass, das Herz , da Tiere mir soviel Kraft usw. geben nun heißt es für mich Alternativen suchen um wieder Tieren Nahe zu sein…

    1. Liebe Madeleine…hoffe, eines Tages wird der Schmerz und die Trauer ein wenig leichter. Du hilfst ja so vielen Tieren, dass kann die Trauer ein wenig lindern – vielleicht zumindest für den Moment, in dem du in Kontakt mit den anderen Tieren bist. <3

  2. Du triffst es genau. Ich bin am überlegen, es solche Leute lesen zu lassen , die es nicht nur nicht verstehen , sondern verurteilen.
    Als ich innerhalb eines Monats mein tollstes Tier und meine Mutter an den Tod verloren habe, hätte ich nichtmal sagen können, das eine ist schlimmer als das andre, weil es eben zwei unterschiedliche Arten von Trauer waren.
    Und genau die zwei wichtigsten Wesen waren.
    Die Trauer um die Mutter, und die Trauer um ein Wesen, das gleichzeitig Kind und Lehrer war. Immer da, nie verurteilt.
    Mein Vater hat mir damals vorgeworfen, ich würde mehr um den Vogel als um meine Mutter trauern. Als wäre das, wenn es so gewesen, wäre , etwas ganz Ungehöriges , Verbotenes gewesen. Und ich fürchte, es gibt tatsächlich sehr viele Menschen, die das so sehen.
    Fast schlimmer noch nehme ich es wahr (da ich in dem Bereich berate, aber selbst auch betroffen bin), wenn ein Tier abhanden kommt, entläuft bzw. erschreckt und nicht zurückfindet, oder entfliegt.
    Ich weiß da von so vielen Einzelschicksalen, die bei dem Unverständnis ihrer Mitmenschen ihre Arbeitsplätze verlieren oder selber kündigen, die psychisch mit der Suche und Ungewissheit absolut nicht klarkommen, und da sehe ich auch ganz deutlich die Parallele zu Eltern mit verschwundenen Kindern.
    Denen gesteht man all diese Gefühle zu, äußerlich zumindest. (Ich denke, selbst da wird die Umwelt nach einer Weile ungeduldig, weil sie so gar nicht zur „Normalität zurückkehren , fühlt sich hilflos, zieht sich zurück)
    Die, die ihre Tiere suchen, werden selbst im Tierheim bedrängt, doch „endlich abzuschließen“, und wenn man ein halbes oder Jahr Suche hinter sich hat, häufen sich die Stimmen, die die Suchenden für gaga, für psychisch krank erklären.
    Sicher befinden sie sich im psychischen Ausnahmezustand, aber doch so ganz anders, als die meinen , die es unnormal finden, um „nur ein Tier“ mehr als drei Tränen zu vergießen.

    1. Liebe Karin, dass hast du wunderschön geschrieben. Es ist toll, dass du es genauso wahrnimmst. Behalte dir diese Fähigkeit. Und gerne, kannst du es solche Menschen lesen lassen, damit sie ein Verständnis dafür bekommen. Ich danke dir <3

  3. Pingback: Wie du erkennst ob dein Liebling ins Regenbogenland gehen möchte - Daniela Grätz

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