Daniela Graetz

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Papageien und Sittiche im heißen Sommer

Hitze und die gefiederten Lieblinge

Wellensittiche, Papageien, Kanarienvögel – sie alle leben eigentlich in  Ländern in denen große Hitze vorherrscht und sind diese eigentlich  auch gewohnt. Dennoch sind unsere Papageien und Sittiche  in Deutschland geboren und somit kann auch ihnen  die Hitze in Deutschland Probleme bereiten. Vor allem Stauwärme in zu warmen Räumen ist für die sensiblen Tiere gefährlich. Damit deine Seelenvögelchen  gut durch den heißen Sommer kommen, findest du hier  ein paar Tipps: 

 

Wie gehen Vögel mit Hitze um?

Papageien und Sittiche aber auch Kanarienvögel und alle Verwandten wie Zebrafinken, haben eine Körpertemperatur von 41 Grad und können somit Hitze erstmal ganz gut vertragen. Allerdings besitzen sie keine Schweißdrüsen und können somit auch nicht schwitzen. Wird es ihnen  zu warm fangen sie an zu hecheln, ähnlich wie ein Hund. So kann unter anderem über die Zunge Flüssigkeit verdunsten und der Vogel kann seine Körpertemperatur regulieren. Außerdem spreizen Vögel, wenn es ihnen zu warm wird die Flügel ab. Dadurch liegen die Flanken frei und kühlere Luft gelangt an den Körper. Vögel haben also, genau wie wir Menschen, einige Möglichkeiten sich an warmen Tagen eine Abkühlung zu verschaffen. Wird es jedoch zu heiß, vor allem durch Stauwärme in Wohnräumen, können Vögel einen gefährlichen Hitzschlag bekommen. 

Was kannst du tun, um deinen Papagei oder Sittich vor Hitze zu schützen?

  • Zimmer der Vögel vor allem während der Mittagszeit beschatten (ich habe Dachfenster mit isolierenden Rollos. Diese ziehe ich soweit runter, dass noch ein wenig Licht durchkommt. Zusätzlich haben meine Piepser eine Birds Lamp – eine Tageslichtlampe. Die ist auch im Winter wichtig – zur Vitamin D Bildung, wenn so dunkel draussen ist. )
    – abends/nachts lüften
    – täglich Bademöglichkeiten anbieten
    wenn die Vögel es mögen: Blumenspritze als Dusche – aber Vorsicht: immer von oben sprühen, nicht in die Augen/Nase –  wenn sie es nicht mögen, drauf verzichten
  • bei starken Kreislaufbeschwerden das homöopathische Mittel Cactus Compositum  übers Trinkwasser geben
  • Möglich ist auch Crataegus (Weißdorn) wenn dein Vogel auf die Hitze mit Puls/Herzthemen reagiert
  • Trinkgefäß (Größe für das Bad eines einzelnen Wellis gerade ausreichend) mit Basilikum garniert 
  • feuchte Tücher aufhängen. Das kann die Temperatur minimal senken, dafür steigt dann aber leider auch die Luftfeuchtigkeit. Hier also viel lüften – wegen Schimmelgefahr
  • Sonnenschutzfolien für die Fenster
  • Kamillentee ist auch gut bei heißem Wetter für die Verdauung.
  • Auch wenn Sonne für die Bildung von Vitamin D wichtig ist, Halter sollten ihre Tiere nicht der prallen Sonne aussetzen und beispielsweise einfach den Käfig auf dem Balkon oder der Terrasse platzieren. Sie sollten darauf achten, dass genügend schattige Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind
  •  Gerade bei Außenvolieren ist es wichtig, dass ein Teil der Voliere den ganzen Tag im Schatten ist. Bei Bedarf sollten Besitzer von  Sittichen und Papageien Teilbereiche abhängen, zum Beispiel mit Planen. Käfige können mit hellen, feuchten Tüchern und Laken abgedeckt werden, um die Tiere vor zu viel Sonne zu schützen.
  • Regelmäßig zu lüften und für Luftaustausch zu sorgen ist wichtig.  Wie oben schon beschrieben ist das lüften wichtig.  Allerdings sollten die Tiere nicht der Zugluft oder der direkten Strömungsluft eines Ventilators ausgesetzt sein, sonst ist der Gang zum Tierarzt vorprogrammiert, da sich die Tiere erkälten können
  • Äste mit Blättern abbraust und sie dann in Käfig oder Voliere hängt, bietet den Vögeln Erfrischung. Sie können ihr Gefieder an den feuchten Blättern reiben.
  • Neben einer regelmäßig mit Wasser aufgefüllten Schale sind feuchte Salatblätter und Gurkenstücke ein guter Snack.

Infektionen vermeiden

  • An heissen Tagen in ausreichend Trinkwasser wichtig.  Dieses sollte  jedoch 2-3mal am Tag wechseln, damit es bei der Hitze nicht zur Keimbildung kommt.
  • Auch Frischfutter wie z.B. Gurke, Salat, etc. bietet eine schöne Erfrischung an heißen Tagen, aber auch hier musst du  vorsichtig sein und das Futter häufig austauschen, damit es bei der Hitze nicht verdirbt.
  • Auch Kochfutter muss dringend nach ca. 4-5  Stunden gewechselt werden. Hier kann es schnell zu Bakterienbildung kommen
  • Bitte verzichte auf Klimaanlage, Zugluft, Ventilatoren, sie sind nicht nur eine Ursache für Erkältungen, auch der durch die Luft aufgewirbelte Staub kann für die empfindlichen Atemwege krankheitserregend sein. Zudem können sich so Sporen und Pilze oder andere Viren/Baktierien durch die Luft übertragen werden.

Anzeichen eines Hitzschlages

Papgeien und Sittiche stellen den Bewegungsdrang ein und sitzen ruhig auf einer Stelle. Dies tun sie, damit die Körpertemperatur konstant bleibt und ein Hitzeschlag vermieden werden kann.  Manche Vögel fliegen auch ruhelos durch das Zimmer um ein kühles Plätzchen zu finden. Auch dies soll einen Hitzschlag vermeiden.
ACHTUNG: Ein leerer Blick und/oder ein Mangel an Gleichgewicht sind weitere Signale für zu viel Wärme und die Gefahr eines Hitzschlages. Im schlimmsten Fall verliert der Vogel seine Kräfte und fällt auf den Boden des Käfigs. Das gefährlichste Zeichen ist die Bewusstlosigkeit, hier kommt die Hilfe meist zu spät.

BITTE GEHE BEI ANZEICHEN EINER ÜBERHITZUNG UMGEHEND ZUM VOGELKUNDIGEN TIERARZT. NUR SO KANN DEINEM KLEINEN FREUND GEHOLFEN WERDEN.

Der Transport sollte so sanft und stressfrei wie möglich stattfinden. Auch im Auto verzichtest du deshalb ebenfalls auf Klimanlage oder offene Fenster mit Zugluft.

Mit diesen Tipps komen deine Federfreunde gut durch den Sommer. Bitte bleibt gesund!😊

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