Daniela Graetz

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Die Wiesenapotheke – Teil 6: Brennessel

Blogreihe Teil 6 – Die Wiesenapotheke

Brennessel  ( Urtica urens)

Die Brennessel – kaum hört man ihren Namen, spürt man förmlich  dieses unangenehme Brennen auf der Haut.

Allseits eher unbeliebt, gehört das Pflänzchen, mit den brennenden Eigenschaften,
aber zu einer der bekanntesten und wirksamsten Heilpflanzen unserer Wiesenapotheke.

Diese Heilpflanze ist äusserst reich an Vitaminen:   C, B1 , B2 B6 , K, sowie Spurenelementen Mineralstoffe und Pantothensäure, Folsäure. Mineralien wie Eisen, Kalium und Magnesium und sekundären Pflanzenstoffen wie den Flavonoiden. Die Flavonoide sorgen zusammen mit dem Kalium für die entwässernde Wirkung der Blätter.

Sie wirkt in erster Linie diuretisch und eignet sich besonders gut zur Durchspülung  bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege oder auch zur Vorbeugung und Behandlung von Blasen-oder Nierengrieß. Die Brennnessel enthält in ihren Blättern einen Wirkstoff, der Bakterien in ihrem Wachstum hemmt.

 Die Urtica urens stimuliert das Immunsystem, ist blutbildend und stärkend. Sie gehört zu den besten entgiftenden und ausleitenden Pflanzen unserer Umgebung. Traditionelle Anwendungsgebiete gibt es für die Brennnessel viele. Wissenschaftlich erwiesen ist jedoch, dass die Brennnessel Arthrose, Arthritis und Blasenprobleme lindern sowie entzündliche Darmerkrankungen positiv beeinflussen kann.

Heilwirkungen

Die Brennnessel gilt als appetitanregend, blutreinigend, blutbildend (rote Blutkörperchen), blutstillend, entzündungshemmend, abschwellend, harntreibend, harnsäuresenkend, stoffwechselfördernd, schmerzlindernd und milchbildend.
Als Heilpflanze hilft die Brennnessel besonders bei der Entgiftung des Körpers und wirkt sich positiv auf den gesamten Stoffwechsel aus. Sie fördert die Ausscheidung der Stoffwechsel-Abfallstoffe und stärkt Körper und Immunsystem durch Vitamine, Mineralien und reichlich Eisen.

Auch reduziert die Brennnessel die Histaminausschüttung bei allergischen Reaktionen. Allergiesymptome werden dadurch gelindert, sie wirkt also auf sanfte Weise ähnlich wie ein Anti-Histamin.
Des Weiteren unterstützt die Brennnessel die Leberfunktion und hilft bei Prostatavergrößerung. Bei Entzündungen oder Schwäche der Harnorgane fördert sie die Harnproduktion, hemmt Entzündungen und regt die Nierentätigkeit an.

Anwendung

INNERLICHE ANWENDUNG DER BRENNNESSELN

  • zur Aktivierung des Stoffwechsels
  • als Frühjahrskur, auch bei übergewichtigen Tieren
  • bei Pollenallergien (Frühjahrskur) und rheumatischen Beschwerden (Herbstkur)
  • zur Stärkung des Immunsystems und bei Erschöpfungszuständen besonders beim älteren Tier
  • zur Entwässerung und Ausschwemmung der Toxine
  • als blutbildendes Mittel der roten Blutkörperchen, auch bei Eisenmangel
  • zur Verbesserung und Vitalisierung des allgemeinen Befindens
  • bei Appetitlosigkeit und Magenschwäche
  • bei rheumatischen Erkrankungen wie Arthrose, Gelenkrheuma oder Gicht
  • bei entzündlichen, bakteriellen Erkrankungen der Harn- und Nierenwege, als sanfte Durchspülungstherapie, wenn das Tier Probleme beim Wasserlassen hat, auch vorbeugend bei Nierengrieß; Brennnesselkraut wirkt zudem harnsäuresenkend
  • bei akutem und chronischem Durchfall;
  • zur Vitalisierung der Bauchspeicheldrüse
  • zur Anregung der Milchbildung beim Muttertier

ÄUSSERLICHE ANWENDUNG DER BRENNNESSEL BEI

  • schlecht heilender Haut
  • Ekzemen
  • Haarausfall
  • allergischen Ausschlägen
  • Flohbissen

Zubereitungsformen und Dosierung

Die Brennessel wird von unseren Vögelchen und Nagetieren gerne als  Tee angenommen. Für die Langohren und Meerschweinchen gerne auch , wenn sie am Tag vorher gepflückt wurde und schon etwas welk ist.

Getrocknete Brennessel ist sehr eiweißreich und sollte daher mit Augenmaß verfüttert werden. Als absolut rein natürliches Protein ist sie auch in jeglicher Form für Katzen und Hunde eine gute Ergänzung.

Die Brennnessel sollte, wenn möglich, wie eine Kur über das ganze Jahr gegeben werden (aber: Zwischen der Verabreichung immer ein bis zwei Wochen Pause machen).
Für die innerliche und äußerliche Anwendung eignet sich ein Brennnesselteeaufguss.

BRENNNESSELTEE
2 TL Blätter fein geschnittenes Brennnesselkraut mit ¼ l heißem Wasser übergießen, sieben bis zehn Minuten ziehen lassen und anschließend abseihen.
Wie bei allen entwässernden Tees sollte man dem Tier genügend Wasser anbieten!

Bitte beachte, dass bei Vögeln der Tee immer mit Wasser verdünnt werden sollte!

BRENNNESSELTEEKUR
Zur Blutreinigung und um die Nierentätigkeit anzuregen, kann die Brennnesselteekur dem Tier über sechs Wochen gegeben werden. Die Brennnesselkur fördert das Allgemeinbefinden, das Fell wird glänzend und das Tier hat wieder mehr Vitalität und Lebensfreude.

BRENNNESSELSAMEN
Brennnesselsamen ist besonders empfehlenswert. Die Heilkraft des Samens ist immens stark und er ist besonders reich an Vitaminen und wertvollen Inhaltsstoffen.

Der etwas nussig schmeckende Samen lässt sich gut unters Futter mischen. Er schenkt besonders dem älteren, erschöpften Tier mehr Kraft und Energie und sorgt für ein dichtes, glänzendes Fell und fördert das Gefiederwachstum. Die Hirnanhangdrüse wird stimuliert und der Stoffwechsel angeregt. Besonders seine entschlackende Wirkung und seine blutreinigenden, anregenden Eigenschaften bei Harnwegstörungen sollten hier nicht unerwähnt bleiben.

Da die Pflanze sehr robust ist, findet man sie auch noch oft im Winter und man kann sie abwechslungsreich in den Speiseplan mit einbringen.  

VERWENDETE PFLANZENTEILE
Ganzes Kraut, Samen, Wurzel
SAMMELZEIT
Kraut: März bis August; die Brennnesselblätter werden während der Blüte gesammelt.
Wurzeln: März bis August
Samen: August/September
BEACHTEN
Beim Schneiden der Pflanze sollte man Handschuhe verwenden. Die Samen werden auf einem sauberen Leinentuch in der Sonne getrocknet.

Ich wünsche dir und deinem Tier viel Spaß beim Ausprobieren.

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3 Kommentare zu „Die Wiesenapotheke – Teil 6: Brennessel“

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